GEB Stellungnahme zur Fasnacht 2017

Das Thema Fasnacht, speziell das Angebot für Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren auf der Marktstätte am Schmutzigen Donnerstag, beschäftigt den Präventionsrat der Stadt Konstanz. Der GEB ist dort mit einem Sitz vertreten. Zum Thema Fasnacht hat sich der GEB in den letzten Jahren bereits eingebracht. Hieraus resultiert folgende Stellungnahme der letzten Sitzung des Rates „Nachbesprechung Fasnacht“.

Die GEB Projekte im Rahmen der Fasnacht 2017:
1. Elternvortrag „Zwischen Ausgelassenheit und elterlicher Sorge“ am 09.02.2017

Auch wenn an diesem Abend nur 30 Eltern anwesend waren, hat auch durch die Berichterstattung des Südkuriers eine Diskussion in der Elternschaft stattgefunden. Die Eltern, die vor Ort waren, gaben uns die Rückmeldung, dass sie sehr viel Hilfestellungen mitnehmen konnten, mit konkreten Empfehlungen, wie sie mit ihren Kindern zu diesem Thema ins Gespräch kommen können.
Dies haben sie auch in ihrem Umfeld weiter getragen. Der Anlass des GEBs für diesen Abend war:
Wir Eltern müssen ausführlicher mit unseren Kindern ins Gespräch gehen zum Thema Alkohol.
Wir können es uns wohl abschminken, dass eine reine Ansage: „Trunke wird nix“ – ausreichen wird.

Diesen Informationsabend für Eltern werden wir auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder anbieten.
Ich möchte mich nochmal ganz herzlich bei allen bedanken, die uns an diesem Abend unterstützt haben:
– Herr Fuchs, Landratsamt Konstanz für die Bereitstellung der Räumlichkeiten
– Herr Schwering, Suchtberatung Konstanz für den Vortrag
– Herr Prof. Gessler, Leiter der Kinderklinik für seinen Vortrag
– Polizei Konstanz für die Beratung und Anwesenheit
– Frau Mages, Konstanzer Kriminalprävention

2. GEB Unterstützung des Juzes am Schmutzigen Donnerstag auf der Marktstätte 9 bis 15 Uhr
In diesem Jahr hat der GEB 10 Leute zur Unterstützung gewinnen können, die an diesem Tag im Einsatz waren. Was wir in diesem Jahr geändert haben war, dass wir bereits von 09.00 Uhr an mit der Verteilung von Brezeln und alkoholfreien Getränken begonnen – die Jugendlichen also damit „aufgefüllt“ haben.
Wir konnten feststellen, dass die Einzelfälle von Trunkenheit der Jugendlichen später begann als im Jahr davor, erst gegen 12.00 Uhr.
Wir konnten insgesamt eine positive Entwicklung auf der Marktstätte feststellen. Bei den Jugendlichen  waren wir willkommen und sie waren dankbar für die Unterstützung. Gut waren auch die VIP Pässe, es gab Jugendliche die gefragt haben, wer das alles bezahlt und sie waren überrascht, dass dies die Stadt Konstanz finanziert.
Positive Rückmeldungen bekamen wir vor Ort auch von Eltern und Erwachsenen, zusammengefasst: „Danke dass Ihr Euch kümmert.“

Fasnacht_GEB_2017

Leider gingen uns die Vorräte bereits um 11.00 Uhr aus und es wäre schön, wir hätten im nächsten Jahr die doppelte Menge an Getränken und Brezeln zu Verfügung. So war der Essensstand des Präventionsrates eine hervorragende Unterstützung. Aus unserer Sicht war es nicht überraschend, als wir im Südkurier lesen konnten, dass die Zahl der eingelieferten Jugendlichen in die Kinderklinik bis zum Nachmittag im Vergleich zu den anderen Jahren erneut gesunken ist, nämlich auf zwei. (2015: neun, 2016: sechs)

Im Ergebnis werden wir als GEB diese beiden Projekte weiter durchführen als unseren Beitrag zur Prävention an Fasnacht.

Auch aus den positiven Erfahrungen heraus vor Ort bleibt der GEB bei der Forderung, die Marktstätte für die Jugendlichen als Angebot zu erhalten:

Fasnacht ist ein gesellschaftliches Ereignis und die Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren gehören zu dieser Gesellschaft. Da es ihnen nicht möglich ist, sich in Gaststätten aufzuhalten, denke ich, steht es der Stadt gut, dieses Angebot vorzuhalten. Prinzipiell muss eine Stadt Räume und Freiräume für Jugendliche schaffen – nicht nur an Fasnacht.

Die Elternsicht hierzu kennen Sie bereits: Wir erachten es für sinnvoll, die Jugendlichen konzentriert an einem Ort zu behalten und ein entsprechendes Sicherheitsnetz darum aufzubauen. Durch die Präsenz über sechs Stunden hinweg, kennt man die Anwesenden, kann Entwicklungen mit erleben und früh ins Gespräch gehen und Hilfestellungen anbieten.

Wenn wir auf das Angebot verzichten, wird es für alle Sicherheits- und Unterstützungsma.nahmen schwierig werden, wo Einsatzorte sein könnten. Wo werden sich die Jugendlichen hin bewegen? Wo bauen die Sanis ihr Zelt auf? Wo sollen die Ehrenamtlichen laufen? Eine Verlagerung der Jugendlichen wäre ein falsches Zeichen und fühlt sich auch an, als wenn man sich der Verantwortung entziehen möchte.

Dem Argument, der Morgen auf der Marktstätte sei keine Tradition, halten wir entgegen, dass die Konstanzer Fasnacht traditionell eine freie Fasnacht ist. Sie ist im Vergleich zu Rottweil oder Villingen eine vereinsunabhängige Fasnacht für alle Konstanzer. Jeder erwachsene Konstanzer lebt seine eigene Fasnacht. So konnten wir im Nachgang feststellen, dass die Einweisung betrunkener Erwachsene ins Klinikum viel höher war als die Zahl der Jugendlichen.

An Fasnacht soll für jeden etwas dabei sein. Für die Familien die Umzüge, für die Erwachsenen die Bälle, Kneipen und Straßenfasnacht und für die Jugend zumindest die Marktstätte, die über zielgerichtete Musik ein Angebot für diese Gesellschaftsgruppe anbieten muss.

Ich möchte mich im Namen der Eltern ausdrücklich bei allen Beteiligten bedanken, ich denke, dass wir es über den Präventionsrat geschafft haben, die gesellschaftliche Aufgabe anzugehen und wir eine große Gruppe wurden, die gemeinsam Stück um Stück eine gute Lösung für die Jugend aber auch für alle Beteiligten finden wird.

Alexandra Bek
Vorsitzende Gesamtelternbeirat Konstanz

Hier können Sie die komplette Stellungnahme auch runterladen.

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